30.04.10

Flats: Wenn schon Anglizismen, dann richtig!

So schlimm bin ich ja gar nicht. Ich habe nichts gegen Wörter aus anderen Sprachen. Um genau zu sein, besteht die deutsche auch nur aus schlecht abgehörten Brocken irgendwelcher anderer Vor-, Mit- und Nachläufersprachen. Wer die Reinheit einer Sprache erhalten will, muss erst mal eine Reinsprache erfinden. Das nur am Rande.

Aber gerade werde ich genervt von riesigen Mengen an Werbung von Base. Zuerst einmal: Base ist a) altertümlich für Cousine, b) alkalisch, das Gegenteil von sauer, c) eine Marke von e-plus.

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30.10.09

"Der neue Sprachmüll ist da", so Riesenmaschine

Die Riesenmaschine, grimmepreisverzierte Rundumversorgung in Sachen Alltagsbeobachtung, hat eine Wortwahl in Wort und Bild eingefangen, wie sie umständlicher schwer sein könnte. Wenn man nämlich am Flughafen erst nach der Gepäckaufgabe feststellt, dass hochverdächtige Gegenstände wie Sonnenmilch oder Nagelknipser im Handgepäck lungern, gibt es diese Vorrichtung. Der Opferaltar des Jet-Sets. Der Beichtstuhl der Falsch-Packenden.

Andere archaische Religionen verwendeten Latein, Runen oder Hieroglyphen, um die Bedeutung von solchen Stätten zu erhöhen. Der Trick dabei: Unverständlichkeit kann aufwerten in Richtung Metaphysik, eine überirdische, für unseren Verstand nicht begreifbare Bedeutung vorgaukeln. Frankfurt folgt diesen ausgetretenen Pfaden mit den Worten Eigentumsaufgabe nach § 959 BGB. Und es funktioniert: die Leute stehen Schlange.

28.10.09

Baralimentation

Endlich mal ein ganz einfacher Fall:

Bar|ali|men|ta|tion, die: Nachdenken über Pakistan. Zusammengesetzt aus Barali (Dorf in Pakistan) und Mentation (geistige Aktivität, Vorgang des Denkens).

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21.10.09

Wiglaf Droste teilt aus

...und zwar eine satte Allgemeinohrfeige gegen Abkürzungen in modernen Kommunikationsformen (KF), misslingende Vergebungsgesten und den werbeinduzierten Ego-Zeitgeist. Es schimmert ein wenig das Eigeninteresse durch, den ein Kolumnist und Worthandwerker natürlich haben muss: bei seiner LeserInnenschaft die Nachfrage für die geschliffene Phrase aufrechtzuerhalten.

Trotzdem aber ein gelungener Artikel:
Auf den Strich zähl' ich - (junge Welt)

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28.09.09

Strumpfsocke!

Die IT-Revolution brachte uns vor allen Dingen die beinahe-synchrone Kommunikation. Anders als beim analogen Telefongespräch, bei der eine unmerkliche Verzögerung zwischen den Teilnehmenden existiert, kommt es beim Mobilfon und dem Videochat regelmäßig vor, dass gleichzeitig losgequasselt wird, weil die Verzögerung zwischen den beiden Endgeräten in die Wahrnehmbarkeit rutscht.

Noch schlimmer der schriftliche Informationsaustausch: In Email, SMS und Chat kommt es dauernd vor, dass 2 Gesprächs-Threads parallel laufen, jeder von dem jeweils anderen initiiert, weil beide gerade dachten, sie seien dran, die unangenehme Stille zu unterbrechen. Und regelmäßig tippen zwei Leute gleichzeitig das Selbe in die Nachrichtenzeile, so dass es ein Rennen um das erste Absenden ist, bei dem niemand den Startschuss hört.

Genug gefaselt.

Strumpf|socke, die: ugs. Ausdruck für den Umstand, dass die Information, die einen soeben erreicht hat, mit dem übereinstimmt, was selbst gerade formuliert wurde. Auch: das Thema, das gerade angesprochen wurde, wollte die S. deklamierende Person ebenfalls anschneiden

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26.08.09

rekurrieren

Tja, das ist heikel.
re|kur|rie|ren [1] Sich auf etwas beziehen, Bezug nehmen [2] (Österreich, jur.) Einspruch erheben, Berufung einlegen [3] (veraltet) Zuflucht nehmen
Da latscht EineR so durch die Alpen und möchte gerade auf etwas Bezug nehmen, und schwupps! Ein bisschen zu weit gegangen und Einspruch erhoben. Aber zum Glück kann man ja, wenn die Wellen zu hoch gehen, ganz Old-School wegrennen. Und das alles nur mit einem Verb.
Quelle

25.11.08

tachinieren

Aus dem kleinen kotelettförmigen Land, welches oft bei Besuchen der Adria durchquert werden muss:

ta|chi|nie|ren : (österr. ugs.) [während der Arbeitszeit] untätig herumstehen, faulenzen.

Quelle