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Flats: Wenn schon Anglizismen, dann richtig!

So schlimm bin ich ja gar nicht. Ich habe nichts gegen Wörter aus anderen Sprachen. Um genau zu sein, besteht die deutsche auch nur aus schlecht abgehörten Brocken irgendwelcher anderer Vor-, Mit- und Nachläufersprachen. Wer die Reinheit einer Sprache erhalten will, muss erst mal eine Reinsprache erfinden. Das nur am Rande.

Aber gerade werde ich genervt von riesigen Mengen an Werbung von Base. Zuerst einmal: Base ist a) altertümlich für Cousine, b) alkalisch, das Gegenteil von sauer, c) eine Marke von e-plus.

Dass auch Laugen, also alkalische Lösungen, ätzend sein können, weiß jeder aus dem Chemieunterricht, und wer da fehlte, weiss es aus Fight Club. Nur um festzuhalten, dass ich gerne von Thema abkomme, so lange ein ordentliches Wortspiel dabei rausspringt, jetzt die entscheidende Frage:
Was will die ätzende Cousine von e-plus? Uns Flats andrehen. Jawoll.

Tja. Anscheinend ist e-plus in die Immobilienbranche eingestiegen. Ein Flat ist ein Appartement, wie der Franzose sagt, eine Wohnung, eine mietbare Unterkunft kleiner als ein Haus. Manchmal kann es auch eine Ebene sein, oder flache Schuhe. Natürlich will e-plus auf etwas anderes hinaus, auf eine Pauschalgebühr, eine Flat Rate, bekannt aus Funk und Fernsehen als Flat-Rate-Saufen: einmal zahlen, den Rest des Abends Alkoholika in sich reinschütten, damit man am nächsten Tag nix mehr weiss. Flat Rate heisst nix zahlen für einzelne Minuten ins Festnetz, ins Internet und so weiter, mit der monatlichen Pauschale ist alles abgegolten. Flat als Substantiv jedoch – das geht so nicht. Flat Mate z.B. ist der Mitbewohner, nicht der Pauschalkumpel.

Weiß man das, sind die entsprechenden Sprüche ziemlich peinlich:
Flats kostenlos wechseln: Na ja, den Kumpels sollte man fürs Möbelschleppen schon Bier und Mettbrötchen ausgeben!
Keine Flats, keine Fixkosten: Obdachlosigkeit kann man sich auch schönreden
Flats frei aussuchen: Joa, wenn der Vermieter mitspielt...

Gegen Flat Rates ist generell ja gar nichts einzuwenden, die meisten Plakatwände sind zu schmal, um mit monatlicher Pauschalgebühr lesbar bedruckt zu werden, aber Flat als Substantiv? Nee, nee. Sprache ist zum Verständigen da, und wenn ein Wort aus einer anderen Sprache kommt, sollte die Bedeutung fest dran kleben bleiben. Ist doch schon schlimm genug, dass wir unsere Kumpels aus Amerika fragen, ob sie zum Public Viewing mitkämen, und die fragen, wer denn gestorben sei.
Noch cooler wäre es, die ganze Chose auf young'n'edgy zu versaubeuteln und aus dem Mehrzahl-s am Ende ein z zu machen. dann könnte sie der österreichische Performance-Künstler Flatz auf Urheberrecht und so verklagen. Das wäre lustig.

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