« An das DB-Servicepersonal | Übersicht | Und gleich eine Frage hinterher »

Extreme Steigerungen

...oder sollte ich sagen: "extremst gesteigertst".
Das Leben ist nicht einfach, und in einer Zeit der Superlative noch aus der Masse herauszustehen erfordert enorme Anstrengungen. Gerne wird das grammatikalische Raum-Zeit-Kontinuum verbogen, wenn es um Selbstbeschreibungen o.ä. geht.
Der Klassiker ist die Steigerung des nicht steigerbaren Anteils eines zusammengesetzten Worts. Der bestausgestattetste Herrenausstatter meint hervorheben zu müssen, dass er nicht nur am besten ausgestattet ist, sondern überhaupt - am ausgestattetsten. Wenn das ginge, liesse sich das Wörtchen am Anfang doch weglassen, oder? Hm? Eben.
Gerne auch genommen: die Steigerung von Wörtern, die bereits ganz oben angekommen sind, allerdings in einer anderen Sprache. Ich denke mal, wir haben das optimalste Ergebnis erreicht belegt die volle Konzentration auf das Ergebnis, kein Gedankengang verschwendet für sprachliche Richtigkeit. "Optimal" ist an sich schon die Angeber-Form von "das Beste", welches nicht mehr steigerbar ist. Der Katholik nennt das auch Superlativ.
Schön sind auch Mißgriffe bei der Wahl des steigerbaren Attributs, also das falsche HöherSchnellerWeiter. Hier geht der Wortspiesser vor der Glotze richtig ab, wenn er Menschen, die im Lampenfieber von höchstmöglicher Punktzahl anbrüllen kann: "Das heisst größtmöglich! Zahlen sind immer gleich hoch! Je nach Schriftgröße! Größtmöglich!"
Dann geht es ihm besser, denn er hat seine Superiorität beweisen können. Und hier sollten alle Steigerer einmal innehalten und sich ein Beispiel nehmen. Nicht die Sprache biegen, bis sie bricht, sondern einfach mal nur gut in irgend etwas sein. Oder immerhin "nicht übel". So was in der Art. Oder einfach mal die Fresse halten. So wie ich.

Post a comment

(Die Veröffentlichung eines Kommentars kann sich verzögern, insbesondere wenn dies der erste Kommentar-Versuch ist, und das Autorenkollektiv den Kommentar/tor erst überprüfen muss. Danke für die Geduld)